Was bleibt und was sich ändert nach der Umfirmierung zurück zum reinen Familienunternehmen, das erzählen die beiden Geschäftsführer Markus Eder und Dr. Frank Götzelmann im Interview auf dem TYTOBLOG.

Tyczka Totalgaz wird zu Tyczka Energy: Was ändert sich für die Kunden?

Frank Götzelmann: Erst einmal gar nichts! Die Versorgungssicherheit, die Belieferung, alles wird gleich gut bleiben. Unsere Kunden wurden mit einem Anschreiben darüber informiert, bei der täglichen Arbeit werden sie davon aber nichts merken.

Markus Eder: Wir wollen uns in Zukunft stärker als mittelständisches Unternehmen präsentieren, unser sehr gutes Image als Familienunternehmen weiter ausbauen und mit unseren privaten und mittelständischen Kunden noch enger zusammenarbeiten.

Warum wird aus dem Unternehmen jetzt Tyczka Energy?

Götzelmann: Weil wir nach Übernahme der 50 Prozent Anteile von Total auch den Namen überall aus unser Firmierung streichen müssen, dazu sind wir verpflichtet. Das reicht von der Gasflasche bis zum Tank, von Visitenkarten bis zum Firmenschild am Eingang. Zum anderen wollen wir mit dem Namen „Energy“ auch klar zeigen, dass wir neben unserem Hauptprodukt Flüssiggas in Zukunft auch weitere Energieprodukte anbieten wollen.

Von wem kam der Trennungswunsch?

Eder: Von beiden Seiten, das war ein längerer Prozess. Wir wollten Herr im eigenen Hause sein und haben dies auch immer wieder angesprochen. Auf der anderen Seite hat Total entschieden, sich in Europa vom sogenannten Downstream-Geschäft mit Flüssiggas zu verabschieden und hat bereits in den vergangenen Jahren verschiedene Ländergesellschaften verkauft.

Wird das größe Mineralölunternehmen Total der Tyczka Energy als mittelständischem Unternehmen in Zukunft fehlen?

Götzelmann: Nein, denn wir haben eine sehr gute Übergangslösung gefunden: In den nächsten vier Jahren wird Total uns weiterhin Produkte zuliefern, aber in abschmelzenden Mengen. Damit haben wir genug Zeit, um mit unserer eigenen Einkaufsorganisation die Mengen europa- und weltweit zu besorgen.

Eder: Außerdem haben wir durch die jahrelange Partnerschaft immer noch einen sehr guten Kontakt zu Total und daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern.

Was bedeutet solch eine Umfirmierung für das Unternehmen?

Götzelmann: Einen großen Aufwand und auch eine große Freude, dass wir jetzt den Namen „Tyczka Energy“ überall aufbringen können. Überall wo das Firmenlogo unseres Unternehmens zu sehen ist, wird Zug um Zug der neue Schriftzug erscheinen. Das betrifft eine große Anzahl an Flüssiggas-Flaschen und Tanks, das reicht vom Briefpapier bis zum Internetauftritt.

Welche Ziele verfolgt Tyczka Energy?

Eder: Tyczka Energy ist jetzt ein mittelständisches Unternehmen mit nur noch einem Gesellschafter, das macht viele Entscheidungswege flexibler, schneller und kürzer.

Götzelmann: Wir sind völlig frei in der Entwicklung des Unternehmens. Früher mussten wir uns ja immer mit unserem Partner abstimmen, der auch eigene Interessen und Ziele verfolgte, die nicht unbedingt immer unsere waren. Tyczka Energy kann jetzt verstärkt neue Geschäftsmodelle entwickeln und Energieträger aufnehmen, denn der Energiemarkt in der Energiewende ändert sich dramatisch.

Wie wird sich Tyczka Energy neu ausrichten?

Eder: Wir müssen uns weiter auf die Energiewende einstellen und da haben wir einige Themen bereits im Fokus, die wir stärker denn je vorantreiben werden. Zum Beispiel haben wir einen eigenen Bereich aufgestellt, der sich nur mit erneuerbaren Energien beschäftigt. Ein junges Pflänzlein, das aber sicher schnell wachsen wird!

Welche Strategie steckt dahinter?

Götzelmann: Als mittelständisches Unternehmen verfolgen wir im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich eine nachhaltige Strategie und wollen unseren Kunden optimale Qualität sowie effiziente Prozesse bieten. Dazu gehört auch eine gute Rentabilität, um nötige Investitionen für die Transformation hin zu erneuerbaren Energien vornehmen zu können.

Gibt es bereits konkrete Geschäftsideen oder -modelle?

Eder: Beim Thema LNG, also Liquid Natural Gas, stehen wir bereit. Da könnten wir Anlagen betreiben und Kunden versorgen. Was dafür fehlt ist im Augenblick der Markt! Für Gewerbebetriebe sind fossile Brennstoffe wie Schweröl und Kohlestaub immer noch viel zu günstig. Bei LNG als Treibstoff für Nutzfahrzeuge steckt noch viel in den Kinderschuhen, da ist auch der derzeit niedrige Dieselpreis ein Hemmnis.

 

Zur Person:

Markus Eder, Geschäftsführer Tyczka EnergyMarkus Eder

ist Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei der Tyczka Energy GmbH. Eder ist in Bühl/Baden geboren. Nach dem Studium des Maschinenbaus begann Eder als Projektingenieur bei der Kraftanlagen Anlagentechnik München GmbH. Mehrere Entwicklungen im Flüssiggasbereich der Veba und ARAL folgten, ehe er bei Tyczka einige Positionen durchwanderte. Seit Februar 2010 war Markus Eder Geschäftsführer der Tyczka Totalgaz GmbH. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder, die gerade ins Berufsleben schnuppern.

 

Frank Dr. Götzelmann, Geschäftsführer Tyczka EnergyDr. Frank Götzelmann

ist kaufmännischer Geschäftsführer der Tyczka Energy GmbH. Vorher saß er im Beirat der Tyczka Totalgaz GmbH. Götzelmann ist geboren in Mannheim und im Rheinland aufgewachsen. Der promovierte Betriebswirtschaftler kam nach Stationen bei Ruhrgas im Bereich Strategie und Unternehmensanalyse sowie einem mittelständischen Möbelunternehmen zur Tyczka Gruppe. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, die selbst schon berufstätig sind.