Möglichkeiten für die Kombination aus Flüssiggasheizung mit erneuerbaren Energien

Bis 2050 soll der Energiebedarf in deutschen Wohnungen sowie Ein- und Mehrfamilienhäusern gegenüber 2008 um 80 Prozent sinken. Flüssiggasheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien tragen dazu bei diese ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Weiterer Vorteil: Mit einer Flüssiggas-Hybridheizung erfüllen Bauherren nicht nur alle gesetzlichen und energetischen Gebäudeanforderungen, sondern schützen darüber hinaus die Umwelt und sparen Geld.

Erneuerbare Energien sind im Neubau Pflicht

Damit die Energiewende im Heizungskeller gelingt, hat der Gesetzgeber bereits heute mit dem Erneuerbare- Energien- Wärmegesetz eine Pflicht zum Einsatz regenerativer Energieträger im Neubau eingeführt. Es legt fest, wie viel der Energie neben dem Heizen mit Flüssiggas zusätzlich durch erneuerbare Energiesysteme zu erzeugen ist. Bei einem Komplettsystem aus einem Flüssiggas Brennwertkessel in Kombination mit einer Solaranlage, hat letztere mindestens 15 Prozent des häuslichen Energiebedarfs zu decken.

Drei Kombinationsmöglichkeiten mit regenerativen Energieträgern

1. Flüssiggasheizung und solare Energie

Da die Sonnenstrahlung in Deutschland nicht ausreicht, sind solarthermische Anlagen nicht für die Anwendung als alleiniges Heizsystem geeignet, sondern dienen neben der Warmwasserbereitung auch der Unterstützung einer mit Flüssiggas betriebenen Brennwertheizung. Sobald die solarthermische Anlage im Winter zu geringe Energiemengen liefert, setzt die Gasheizung ein und stellt eine sichere und komfortable Wärmeversorgung sicher. Ein gemeinsam genutzter Pufferspeicher bevorratet überschüssig produzierte Wärmemengen beider Heiztechniken und reduziert Energieverluste.

2. Gaswärmepumpen

Gaswärmepumpen beziehen ihre Energie aus der Umwelt und nutzen zudem Flüssiggas für die Wärmegewinnung. Laut des Deutschen Verbandes für Flüssiggasheizungen reduziert sich der Energieverbrauch dabei im Vergleich zu einem klassischen Gas-Brennwertkessel um 25 Prozent.

Ein Beispiel für eine Gaswärmepumpe ist die Absorptionswärmepumpe. Wie alle anderen Wärmepumpen nutzt sie ein zirkulierendes Medium zum Beispiel eine Wasser-Ammoniak Lösung. Durch die Verbrennung von Flüssiggas löst sich das Ammoniak vom Wasser und wird gasförmig. Über einen Wärmetauscher gibt das Ammoniak seine Wärme an den Heizkreislauf ab und verflüssigt sich wieder. Nun absorbiert es in einem nachgeschalteten Wärmetauscher Umweltwärme und nimmt erneut einen gasförmigen Zustand an. Im Anschluss vereinen sich Wasser und Ammoniak und lösen dabei eine chemische Reaktion, die sogenannte Absorptionswärme aus. Diese Energie überträgt ein dritter Wärmetauscher an den Heizungskreislauf.

3. Mit Flüssiggas und Holz heizen

Holz wird als Heizquelle immer beliebter, denn es verbrennt CO2 neutral. Wassergeführte Holzheizungen sind zudem in der Lage die eigene Flüssiggasheizung sinnvoll zu unterstützen. Nötig ist dafür in der Regel ein wassergeführter Holzofen. Holzheizungen arbeiten unter der Voraussetzung hoher Betriebsstunden effizient. Damit im Falle geringeren Wärmebedarfs keine Wärmeverluste entstehen nimmt ein Pufferspeicher die überschüssig produzierte Wärme entgegen und stellt sie im Bedarfsfall wieder zur Verfügung. Dadurch lässt sich die Leistung des Gaskessels reduzieren, sodass Bauherren zur Schonung fossiler Energieträger beitragen.

Informationen zu den Kosten und Vorteilen einer Flüssiggasheizung sind auf der Seite von Kesselheld zu finden.

 

Wie profitiert der Verbraucher?

Wer seine Flüssiggasheizung im Neubau mit erneuerbaren Energien koppelt, erfüllt die verschärften Auflagen der Energieeinsparverordnung Stand 2016. Bei der energetischen Planung Ihres Neubaus setzt die EnEV ein Referenzgebäude fest. Dies stellt kein real existierendes Gebäude dar, sondern beruht auf Berechnungen und dient der Bewertung und Festlegung des maximal zu verbrauchenden Energiebedarfs im Haus. Seit 2016 muss der Primärenergiebedarf Ihres Eigenheims 25 Prozent unter dem berechneten Energiebedarf des Referenzhauses liegen. Hinzu kommt, dass Flüssiggas wenig Feinstaub freisetzt und dadurch die Umgebungsluft weniger Klimabelastungen aussetzt.

Hohe Flexibilität und Verfügbarkeit

Laut einer Studie der Deutschen Energieagentur (dena) besitzen rund zwei Millionen Haushalte in ländlichen Regionen Deutschlands keinen Erdgasanschluss.  Hier bieten Flüssiggasheizungen eine sinnvolle Alternative, da Bauherren und Immobilieneigentümer den Brennstoff im flüssigen Zustand platzsparend in einem Tank bevorraten. Denn ein Verlegen einer Erdgasleitung ist auf dem Land oft mit erhöhten Mehraufwendungen verbunden.

 

Fazit

Durch die Kombination mit Solar- oder Umweltenergie bleiben Flüssiggasheizungen nicht nur effizient, sondern Bauherren senken den Energieverbrauch und profitieren von einem flexiblen Energiemix.

Ihre

Kerstin Bruns

 

Gastautorin Kerstin Bruns

Onlineredaktion Kesselheld

 

[1] Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/klimaschutz-klimaschutzplan-2050.html
[2] Quelle: http://www.presseportal.de/pm/112641/3122234
[3] Quelle: https://shop.dena.de/fileadmin/denashop/media/Downloads_Dateien/verkehr/9151_Studie_Fluessiggas_und_Biopropan_Potenziale_als_Energietraeger_fuer_die_En.pdf

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