Als Ernährungswissenschaftlerin berate ich seit vielen Jahren Unternehmen in Sachen „gesunde“ Ernährung. Meistens geht es hier um Vorträge oder Workshops im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, denn gesunde Ernährung im Unternehmen macht fit. Das ist der klassische Ansatz, der mir allerdings schon seit längerem ein bisschen langweilig erscheint. Viel spannender ist es doch, wenn ein Unternehmen passend zu seiner Unternehmensphilosophie ein wenig um die Ecke denkt.

Zum Beispiel die Fragestellung: Wie kann ich meine Unternehmenswerte auch über die tägliche Verpflegung kommunizieren oder leben? Vor zwei Jahren kam ich dann mit Tyczka Totalgaz ins Gespräch – anlässlich deren Auszeichnung mit dem Nachhaltigkeitspreis des Oberlandes.

Nachhaltige Essensverpflegung, die gesund ist und (trotzdem) schmeckt

Konkret heißt nachhaltig hier, dass die vom Caterer verarbeiteten Lebensmittel möglichst aus dem Landkreis, auf jeden Fall aus Bayern stammen sollen. Zunächst starteten wir mit dem neuen Format der Zusammenkunft von Mitarbeitern und Führungsebene unter dem Motto „meet & eat“. Mein Part dabei ist es das Catering zu ordern. Dabei aber eben nicht einfach nur die Personenzahl und das Budget anzugeben, sondern den Lieferanten genau zu sagen, was wir wollen. Das wichtigste Kriterium dabei ist die genaue Herkunft aller verwendeten Zutaten. So eine Frage kennt der Caterer normal nicht und es muss natürlich ein Partner gefunden werden, der bereit ist mitzuspielen. Am Ende steht auf dem Buffet zu jedem Gericht ein Schild, das die gefahrenen Kilometer jeder Zutat ausweist. Dabei ist es nicht getan, dass mir der Caterer sagt bei welchem Bäcker er das Brot gekauft hat, sondern in welcher Mühle das Mehl gemahlen wurde und wo das Getreide angebaut wurde.

Das klingt erst einmal kompliziert, ist aber auch höchst spannend. Wir haben an den Standorten Geretsried und Leipzig Lieferanten gefunden, die an dieser Herausforderung Spaß haben. Es ist bei jeder Veranstaltung natürlich jedes Mal viel Sorgfalt nötig um das Konzept durchzuziehen. Besonders in den Wintermonaten ist das auch so manches Mal eine kleine Herausforderung. Denn aus der Vorgabe der nahen Herkunft ergibt sich im Winter ein völlig anderes Angebot. Das hat gleichzeitig auch den großen Vorteil, dass das Angebot höchst abwechslungsreich wird. Tomate-Mozzarella geht eben nicht mehr ganzjährig oder vielleicht gar nicht mehr, wenn es keinen lokalen Mozzarella-Produzenten gibt.

Jede Veranstaltung steht unter einem anderen Motto und ich gebe immer eine kurze Einführung, wie es zum jeweiligen Tagesangebot gekommen ist.

Hier stecken neben der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen regionalen Wertschöpfung noch viele weitere Aspekte für das Unternehmen und die Mitarbeiter.

Gesundes Essen ohne erhobenen Zeigefinger

Das Angebot ist eben ganz nebenbei auch noch gesund. Durch den Herkunftsnachweis der Zutaten fallen Fertiggerichte und die damit oft verbundenen künstlichen Zusatz- und Aromastoffe grundsätzlich aus dem Sortiment. Die Mitarbeiter essen hochwertige Lebensmittel, was für sie auch eine Wertschätzung bedeutet. Das Format der Veranstaltung findet großen Anklang, in den vielen persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern höre ich viel positives Feedback.

Mein Input sensibilisiert die Mitarbeiter, sich mit dem Thema auch privat auseinander zu setzen und selbst achtsamer einzukaufen.

Mittlerweile haben wir auch die Besprechungsverpflegung und das damit verbundene Angebot unter der Brille der Nachhaltigkeit gestaltet. Es sind somit keine Lachsbrötchen und Co. mehr auf der Liste. Tyczka Totalgaz hat keine bewirtschaftete Kantine und somit keinen hauseigenen Lieferanten. So tun sich für mich als externe Beraterin immer wieder neue Felder auf, die vorher nicht offensichtlich waren. Beispielsweise musste auch die winterliche wöchentliche Obstlieferung auf den Prüfstand. Auch hier habe ich mit dem Obstlieferanten gesprochen und klare Vorgaben vereinbart.

Für die Zukunft wünsche ich mir noch viele Unternehmen, die diesen Weg gehen und aus ihrer nachhaltigen Gesinnung rundum ernst machen.

Und für alle Interessierten habe ich ein leckeres und leichtes Spargelrezept ausprobieren lohnt sich.

 

Herzlichst

Ihre Andrea Brenner

 

Gastautorin Andrea Brenner

Inhaberin foodatwork

Haben Sie Lust bekommen, nachhaltiges Essen in Ihrem Unternehmen auszuprobieren, dann schreiben Sie mir doch eine Mail.